Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Di. 01.10.19
Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen…
Monatsspruch
Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!

Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!
Tob 4,8 (E)

 

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter: https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

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So. 29.09.19
Ansprache Bürgerkanzel, 22. September 2019,…
Anja Glock
Ansprache Bürgerkanzel, 22. September 2019, Dr. Christiane Looks

Bürerkanzel 2019, Bewahrung der Schöpfung - unser blauer Planet in Gefahr, am 22.09.2019 mit Dr. Christiane Looks

In der letzen unserer diesjährigen Bürgerkanzeln war Frau Dr. Christian Looks, Naturschutzbeauftragte des Landkreises Rotenburg, auf der Kanzel der Stadtkirche.

Auch hier können Sie wieder den Text der Ansprache noch einmla nachlesen und sich zum Thema "Bewahrung der Schöpfung" noch einmal inspirieren lassen.

Viel Freude dabei.

 

Liebe Gemeinde!

Zwei Sonntage haben Sie aus unterschiedlicher Perspektive Nachdenkenswertes zum Leitmotiv der 2019er Bürgerkanzel gehört. Heute nun ein dritter Teil, zu dem die Naturschutzbeauftragte des Landkreises angefragt wurde. Ich habe gerne zugesagt. Das Leitmotiv der diesjährigen Bürgerkanzelreihe enthält zwei Schlüsselbegriffe: 

• Schöpfung und 

• blauer Planet.

Schöpfung, darunter kann sowohl etwas vom Menschen Erschaffenes, z. B. ein Kunstwerk, verstanden werden, als auch die von Gott erschaffene Welt. Blauer Planet bezieht sich dagegen darauf, dass unsere Erde zu rund drei Viertel von blau schimmerndem Wasser bedeckt ist. Die beiden Schlüsselbegriffe stammen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen. Wer den blauen Planeten verstehen möchte, kommt an Naturwissenschaften nicht vorbei. In immer feinere Bausteine zerlegt, meinen wir, 

• ihn, den blauen Planeten besser und besser zu verstehen. 

• Im Rückgriff auf 1. Mose 1, 28 - 29 

(Vers 28): "Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen."

(Vers 29:) "Dann sprach Gott. Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten" wird gefolgert, korrigierend in Schöpfung eingreifen zu dürfen, wie ein Leser aus der Mitte unseres Landkreises in einem Leserbrief Anfang dieses Sommers feststellte: "Kaum einer will Wölfe in freier Natur haben. ... Von Gott haben wir den Auftrag bekommen: Der Mensch soll über die ganze Erde verfügen, über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde." 

Eine solche Auffassung ignoriert, dass im 1. Mose 1, 31 für den sechsten Schöpfungstag festgehalten wird: "Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut." 

Anfang der 70er Jahre lebte ich für einige Jahre  im Ruhrgebiet. Wohnte ich bis dahin an der Kieler Förde in einer Umgebung, die geprägt war von dem Dreiklang Blau - Gelb - Blau = Ostsee - Raps - Himmel war ich nun mitten im Ruhrgebiet bei meinem Mann, der damals für ein Stahlwerk unterhalb des größten Hochofens Europas arbeitete. So musste ich von unserer Wohnung aus für ein Schulpraktikum während meines Studiums die Emscher überqueren. Die Emscher, ein Nebenfluss des Rheins, entsteht in der Nähe des heutigen Autobahnkreuzes Dortmund/Unna und schlängelt sich gemächlich in einem immer breiter werdenden Tal durch das Ruhrgebiet. Mit Beginn der Industrialisierung wurde Emscherwasser zum Betrieb industrieller Anlagen verwendet und deren Abwässer sowie jene der rasch entstehenden Arbeiterviertel zurück in den Fluss  geleitet. Das war nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil, es gab sogar einen  gewissen Stolz darauf, dass aus der Emscher die swatte Emscher wurde, zeigte dieses doch, wie es mit dieser eigentlich armen Gegend wirtschaftlich bergauf ging. Erst als aus der swatten Emscher ein Köttelbeck wurde, der bei Überschwemmungen menschliche Fäkalien in Senken, die sich durch den zunehmenden Steinkohlebergbau gebildet hatten, zurückließ, machte deren bestialischer Gestank auch dem letzten Verantwortlichen klar, dass der lange aus wirtschaftlichen Gründen kritiklos hingenommene Zustand unhaltbar war. Die Emscher wurde kanalisiert, mit hohen Deichen versehen, um die unappetitlichen und gesundheitsgefährdenden Überschwemmungen zu verhindern. Weil das mittlerweile zum Abwasserfluss verkommene Gewässer später zur Erhöhung der Fließgeschwindigkeit teilweise ein abgeschrägtes, mit Beton ausgebautes Flussbett erhielt, musste er in Abschnitten eingezäunt und mit Warnschildern versehen werden. So habe ich den Fluss kennengelernt: ein abschreckendes Beispiel dafür, wozu Menschen fähig sein können.

Schöpfung will angesehen, erfahren werden, nicht theoretisch, sondern draußen. 

Immer wenn ich meiner ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehe, die Naturschutzbehörde des Landkreises bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, bedrohte Natur vor einem Zuviel durch wirtschaftende Menschen zu schützen, bereite ich mich selbstverständlich vor, studiere Akten, Karten, Luftbildaufnahmen, gehe dann aber nach draußen, um mir ein Bild vor Ort zu machen. 

So arbeitete ich mich erst kürzlich mit meiner Begleitung dicht bei einer wirtschaftlich nicht unbedeutenden Stadt unseres Landkreises durch ein eng aufgeforstetes Wäldchen, das Rauschen einer nahe gelegenen Straße im Ohr. Wir wühlten uns durch üppig aufgelaufene Brennnesseln in Richtung eines vor Jahren angelegten Amphibienteiches in der Nähe eines begradigten Flüsschens, um in Augenschein zu nehmen, was aus dem Angebot geworden war, Lebensraum für bedrohte Tiere zu schaffen. Nach Überwinden des beim Teichbau entstandenen Walls breitete sich vor uns das in Karten eingetragene und im Luftbild gut erkennbare flache Gewässer aus, wie aus einer anderen Welt: in der Luft lag der Duft von Minze, die am Fuß des Lehmwalls bis ins flache Wasser wuchs. Aus aufgelaufenen Gehölzen auf dem Wall ertönte Vogelgezwitscher, Frösche quakten, Libellen schwirrten über der durch die Trockenheit deutlich verkleinerten Wasserfläche, Schmetterlinge gaukelten hin und her, dazu das Zirpen von Heuschrecken und das Brummen der Hummeln. Durch den teils filigranen Bewuchs am Rande des Gewässers wippte eine eifrige Gebirgsstelze. Szenenwechsel: Der Landkreis bemüht sich wie andere Landkreise in Niedersachsen ebenfalls, Lebensräume, die unterzugehen drohen mit fatalen Auswirkungen für die an sie gebundenen Tiere und Pflanzen, diese nach übernational akzeptierten und beschlossenen Vorgaben durch nationales Recht zu schützen. Das macht sensibel für scheinbar Bekanntes. Wirklich bekannt? Vor einem Monat machten wir uns auf, um ein Gebiet näher in Augenschein zu nehmen, das wir mehrfach umrundet, aber nie betreten hatten. Welch eine Überraschung! Nach einem längeren Marsch durch eine nicht ungewöhnliche Waldlandschaft öffnete sich der Blick, und vor uns breitete sich umgeben von hohen Kiefern in einem schmalen Tal eine üppig blühende Heidefläche aus. Ihr Violett war überwältigend. Der tiefgrüne Kiefernsaum um diesen Bereich, zwei offene, voll in der Sonne liegende Sandbereiche unterstrichen das Violett der Heide, machten es fast knallig. Distelfalter schwebten über dem Heidekraut und auf dem schmalen Pfad vor uns sprangen Heuschrecken in die Heideflächen. Es war unwirklich still, wie in einer anderen Welt, von der ich angenommen hatte, sie zu kennen.

Ich habe in meiner religionspädagogischen Ausbildung eine Reihe von biblischen Geschichten näher kennenlernen dürfen, die mir viel bedeuten, obwohl ich sie vor meiner Ausbildung gar nicht so wahrgenommen habe. Dazu zählt der Schöpfungsmythos aus 1. Mose 2, an den die heutige Lesung erinnerte und der vermutlich rund zweihundert Jahre älter ist, als jener, in dem es heißt "Macht euch die Erde untertan". Beide Schöpfungsmythen  greifen Kernfragen philosophischen Denkens auf:

• Woher kommen wir?

• Was bewirken wir mit unserem Handeln?

• Wofür sind wir verantwortlich?

Im Gegensatz zu dem jüngeren gibt der ältere Mythos eine völlig andere Antwort auf Kernfragen menschlichen Lebens: "Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und behüte."

Was für ein Bild! Was für ein Geschenk in einen Garten gesetzt zu werden, ihn nutzen und pflegen zu dürfen, Teil von ihm zu werden, anstatt sich die Welt untertan zu machen!

Ich wünsche uns allen, dass wir uns viel mehr daran erinnern: wir wurden von Gott in den Garten Eden gesetzt, um ihn zu bebauen und zu behüten.

Amen!

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So. 01.09.19
Ansprache Bürgerkanzel, 1. September, Sophia…
Anja Glock
Ansprache Bürgerkanzel, 1. September, Sophia Heeg und Zora Slomma

Unsere erste Bürgerkanzel in diesem Jahr beginnt mit einer Predigt von Zora Slomma uns Sophia Heeg aus der ev. Jugend Rotenburg.

Die beiden Mädels möchten mit ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen inspirieren. Und wenn Sie sagen, diese Ansprache würde mich noch einmal zum nachlesen interessieren, dann finden Sie sie hier. Viel Freude damit.

 

Dramatische Zahlen über Co2 Emissionen, schockierende Bilder vom brennenden Regenwald, Schildkröten gefangen in Fischernetzen. Aufgebracht von all den schrecklichen Nachrichten, die mich jeden Tag erreichen, merke ich, wie die Welt immer mehr den Bach runter geht. Natürlich mache ich mir Gedanken um die Umwelt, das habe ich schon immer getan. Aber jetzt ist die Politik dran. Mein Handeln bringt doch eh nichts. 

Freitagabend, Alexa Wilkes Büro. Vorbereitung auf die Predigt nächste Woche. Lockere Gespräche über Hobbys, Umwelt und Engagement und eine Frage, die uns erst einmal nicht aus dem Kopf geht:“ Was hat euer Glaube mit Umweltschutz zu tun?“

Ganz ehrlich, so richtig haben wir die Verbindung zuvor nicht wahrgenommen. Doch nach genauerem Nachdenken kamen wir zu mehreren Antworten und konnten die Themen gar nicht mehr getrennt voneinander sehen. Also: Was hat dein Glaube mit deinem ökologischen Verhalten zu tun? Es folgen keine wissenschaftlichen Zahlen oder….

1. Ich will meinen Nächsten lieben, wie mich selbst.

Um meinen Arm trage ich ein Armband, auf dem die Buchstaben „WWJD“ stehen. „WWJD“, das steht für „what would Jesus do“, also „was würde Jesus tun“. Ich habe mir damals so ein Band auf meiner ersten Kinderfreizeit gekauft, da muss ich ungefähr 10 Jahre alt gewesen sein, und ich war unfassbar stolz darauf. Vermutlich mehr stolz darauf, dass ich mir selbst ein Armband gekauft habe, als darauf, dass das Armband eine Bedeutung hat. In den nächsten Jahren habe ich dann aber an verschiedenen Orten immer wieder junge Menschen mit so einem Armband getroffen und irgendwann habe ich auch angefangen, mir über die Bedeutung dieses Armbandes bewusst zu werden. „Was würde Jesus tun?“ – das ist gar nicht mal so eine dumme Frage. 

In letzter Zeit habe ich mir noch ein wenig mehr Gedanken darum gemacht. Wir stecken in einer ökologischen Krise, einem Notstand, einer Katastrophe…was würde Jesus jetzt tun? Was würde er uns sagen? 

Das erste, was mir zu Jesus einfällt ist seine große Nächstenliebe und sein selbstloses Verhalten. Immer -zu jeder Zeit, und überall- auf der ganzen Welt. Jesus würde sich um die Menschen in Indien sorgen, die in vergifteten Flüssen baden, und auch um die Menschen auf den niedrig gelegenen Inseln, die bald nur noch ein überschwemmtes Zuhause haben. Und um die kleinen Bauern in zahlreichen Entwicklungsländern, die durch unsere hohes und anscheinend ja so unverzichtbares Bedürfnis nach Nestle Produkten maßlos ausgenutzt werden. Genau dort, wo die öffentliche Trinkwasserversorgung oft so marode ist, dass man das Wasser allenfalls abgekocht trinken kann. Und ich bin mir sicher, dass er dem kleinen Jungen, der im Jahre 2075 geboren wird, genauso seine Nächstenliebe schenken würde. Die Menschen sind ihm eben wichtig. Klar, denn Menschen, die ich liebe, lasse ich nicht im Stich. Ich lasse sie nicht verhungern. Ich handle für sie, nicht gegen sie. Und auch, wenn es sich dabei um Menschen handelt, die eine oder zwei Generationen von mir entfernt sind. Die in eine Welt reingeboren werden, für die sich nichts können, mit dessen Konsequenzen sie aber leben müssen. 

Ich möchte nicht egoistisch handeln. Ich liebe meinen Nächsten, wie mich selbst. Und das will ich in jedem Moment sichtbar machen. Dann, wenn ich mich bewusst gegen das Nestle Wasser, Öl, oder zahlreiche andere Nestle Produkte entscheide. Wenn ich bewusst Fahrgemeinschaften bilde, oder das Fahrrad nehme. Wenn ich mich bewusst für den gebrauchten Ebay Schrank entscheide, anstatt Ressourcen durch neu hergestellte Dinge zu verschwenden.

2. Ich will Verantwortung übernehmen 

Ich stehe morgens auf, gehe aus meinem Zimmer, verlasse das Haus und fahre durch den Wald zur Schule. Rotenburg- alle Strecken sind mit dem Fahrrad in 10min zu erreichen. Und so im Alltag vergesse ich oft: Ich lebe auf einem Planeten. Eine riesige, blaue Kugel, auf der ich jeden Tag umherwandle. Das ist meine Heimat hier und ich liebe und schätze das alles auch sehr. Und ich brauche es auch. Das einfache Wasser aus der Leitung, was ich viel zu selten wertschätze und die Luft zum Atmen.

Und genau deswegen trage ich Verantwortung. Das, was ich geschenkt bekommen habe, muss und möchte ich schließlich beschützen. Das fängt beim Geburtstagsgeschenk an und hört bei den Ressourcen der Erde auf. Ich nehme Verantwortung, für das, was in meiner Heimat passiert. Und dabei konzentriere ich mich nur auf mich selbst. Mit meinem Gewissen stehe ich dafür ein. Ich suche keine Schuldigen und keine Ausreden, denn irgendwie erscheint es mir als sinnvoll anstelle eines Kritikers ein Vorbild zu sein. Und das jeden Tag aufs Neue. Äpfel im vierer Pack eingeschweißt, oder lose? Plastikzahnbürsten von Rossmann, oder einen Umweg zum Biomarkt gehen für eine Bambuszahnbürste? Mein Handeln bewirkt etwas. Mein Konsumverhalten verändert etwas. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Ich, als Konsument, habe die Macht, denn jeder Einkaufszettel ist ein Stimmzettel. 

Für Fairtrade oder dagegen? Für Co2 Emissionen, oder dagegen? Für Massentierhaltung, oder dagegen? 

Ich habe jeden Tag eine neue Chance, einen neuen Start. Ich kann jeden Tag mehr auf Plastik verzichten, weniger Fleisch essen, eine Tour weniger Auto fahren. Gestern war es die Plastik Zahnbürste, die ich ersetzt habe, heute ist es der Plastikseifenspender, der zur Handseife wird. Ich möchte jeden Tag handeln, denn jetzt lebe ich hier. Jetzt habe ich die Chance, etwas zu tun.
 
3. Ich glaube daran, dass in jedem das Gute steckt

Ich bin in einer westlichen Welt aufgewachsen, ich hatte eine behütete Kindheit. Ich kenne weder das richtige Hungergefühl, noch war meine Existenz je bedroht. Ich habe das unfassbare Glück, mir über Themen wie Umweltschutz und Politik Gedanken machen zu können. Das haben nicht alle. Ich meine, wie viele Menschen auf dieser Welt haben nicht dieses Privileg? Zahlreiche Menschen auf dieser Erde müssen sich darum sorgen, überhaupt den nächsten Tag zu überleben, weil sie keinen Zugang zu Trinkwasser haben.

Wo bleibt da die Zeit und die Kraft über Plastik in den Meeren, oder brennende Regenwälder nachzudenken? Manche Menschen erleben bewegende Schicksale, während wir Wasser in Plastik Flaschen kaufen, obwohl wir Zugang zu fließendem Wasser haben. Ich möchte damit sagen, dass wir nichts dafürkönnen, wo oder wie wir geboren sind. Sei es Bestimmung oder Schicksal, ich glaube, jeder handelt aus seiner Lebenslage heraus. Und die einen haben leider mehr Einfluss darauf, was gerade auf dieser Welt passiert, als die anderen. Doch da ist eine Gemeinsamkeit zwischen uns allen. Wie wir vorhin in der Geschichte gehört haben, haben wir alle dieses eine Licht in uns. Uns wird sogar von Jesus gesagt, wir seien das Licht der Welt. Also: Wenn wir jetzt so weitermachen wie bis her, dann werden wir nicht mehr lange etwas von der Erde haben. Jeder hat das Gute, Gottes Licht, in sich, welches die Macht hat, etwas zu verändern. Und genau deshalb verliere ich die Hoffnung nicht. Wir können das schaffen. Wir müssen dieses Licht nur nutzen, anstatt es zu verbergen.  
 
Schlussteil Wenn wir alle dasselbe Ziel haben, und zwar die Schöpfung zu bewahren, warum schauen wir dann auf die anderen?

Lasst uns mit unserem ökologischen Verhalten nicht trumpfen, sondern inspirieren. Denn dies ist kein Einzelsport, sondern ein gemeinsamer Kampf. Lasst uns auch danach handeln. Lasst uns die Erde als aller erste Priorität setzen. Überall und in jedem Moment. 

Weil wir: 1. Unseren Nächsten Lieben wollen, wie uns selbst. Und deshalb bei jeder Handlung auch an die nächsten Generationen denken sollten.

Weil wir 2. Verantwortung tragen. Und deshalb sollten wir als erstes bei uns anfangen.

Weil wir 3. Alle das Gute, Gottes Licht, in uns haben. Und deshalb sollten wir dieses Licht nicht weiter verstecken.

Weil wir nur diese eine Erde haben.

Wir selbst können jeden einzelnen Moment entscheiden: Für unsere Erde oder dagegen?

 

Amen
 
 

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So. 08.09.19
Ansprache Bürgerkanzel, 8. September 2019,…
Anja Glock
Ansprache Bürgerkanzel, 8. September 2019, Roland Meyer (NABU Rotenburg)

Anläßlich unserer Bürgerkanzelreihe "Schöpfung bewahren" hatten wir am 8. September 2019 Herrn Roland Meyer, 1. Vorsitzender des NABU Rotenburg, in der Stadtkirche zu Gast. Hier können sie seine Ansprache gern noch einmal nachlesen.

Viel Freude und gute Gedanken dabei.

 

„König Belsazar machte ein herrliches Mahl seinen tausend Gewaltigen und soff sich voll mit ihnen. … Und da sie so soffen, lobten sie die goldenen, silbernen, … hölzernen und steinernen Götter. Eben zu derselben Stunde gingen hervor Finger wie einer Menschenhand, die schrieben … auf die     Wand in dem königlichen Saal; und der König ward gewahr der Hand, die da schrieb.  Da erbleichte der König, und seine Gedanken erschreckten ihn, dass ihm die … Beine zitterten.“- So beginnt die Erzählung „Belsazars Gastmahl“, 5. Kapitel Daniel.

Liebe Gemeinde: Lassen Sie uns den Blick von unseren Göttern - Wirtschaft, Wohlstand und Wachstum - abkehren und nach den Zeichen an der Wand sehen. Und dann lassen Sie uns beginnen, unser großes Gelage möglichst schnell zu beenden.

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Die Masse an Fluginsekten war vor 30 Jahren etwa vier Mal so groß. Uferschnepfe und Rotschenkel, einst Charaktervögel unserer Landschaft, sind weg. Kiebitz und Brachvogel sind Seltenheiten. Deutschlandweit sind seit 1990 eine Million Feldlerchen verstummt. Der Bestand an Rebhühnern ist um 90 Prozent zurückgegangen. Insgesamt leben auf Europas Äckern und Wiesen nur noch halb so viele Vögel wie 1980.

Dass es wieder Seeadler, Uhus und Wanderfalken gibt, ist ein kleiner Lichtblick. Die wenigen Erfolge bei Arten, die keine besonderen Ansprüche an ihre Lebensräume haben, dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Biodiversität dramatisch zurückgeht. Wer speziellere Ansprüche hat, ist auf dem Rückzug und vielerorts bereits verschwunden, zum Teil unwiederbringlich.

Viele ehemalige Grünflächen sind zu Äckern umgebrochen. Wo die Böden zu nass für schwere Maschinen sind, wird mit Drainagen nachgeholfen. Handelt es sich um Moorböden, wird der darin gespeicherte Kohlenstoff zu CO2 und befeuert die Erderwärmung. Dieser Effekt ist in Niedersachsen ebenso groß, wie der CO2-Ausstoß des gesamten Verkehrs.

Die allermeisten Wiesen, die es noch gibt, sind in Wirklichkeit Äcker für wenige Hochleistungsgräser. Sie werden bis zu sechs Mal im Jahr gemäht. Da bekommt kein Vogel seine Brut hoch. Und wer überlebt, erhält eine Gülledusche.

Im Kreis Rotenburg wird nur noch eine von 35 Wiesen als einigermaßen artenreich eingestuft. Es existieren doppelt so viele Äcker wie früher. Die Schläge sind größer, viele Hecken und Wege und deren Randstreifen verschwunden. Auf fast zwei Dritteln der Äcker wächst Mais. Die Hälfte davon ist für Gaskraftwerke, also nicht für die Ernährung. Die andere Hälfte ist fürs Vieh und dient allenfalls mittelbar als unser Essen.

Die Intensivierung bezweckt die möglichst billige Milch- und Fleischerzeugung. Aber genau anders herum würde ein Schuh daraus: Wir müssten die Nachfrage dämpfen und weniger Fleisch erzeugen und essen, damit alle Menschen auf der Erde satt werden. Aber um bei uns Tiere zu mästen, werden in Südamerika und Zentralafrika - mit allen schlimmen Folgen für Ureinwohner und Klima - Urwälder gerodet. Bolsonaros Feuer am Amazonas lodern auch für uns. Und das von dort als Tierfutter eingeführte Soja wird am Ende zu Gülle, die unsere Böden und Flüsse belastet. Dabei sind bereits jetzt die Nitratwerte im Grundwasser an vielen Stellen zu hoch. Und Entwicklungshelfer beobachten, dass mit Steuergeld gefördertes Billigfleisch aus Europa den Markt für Kleinbauern zum Beispiel in Afrika zerstört.

Aber statt die Vergiftung des Grundwassers zu stoppen, feilscht unsere Bundesumweltministerin mit der EU-Kommission, damit die Änderungen in der Düngepraxis möglichst gering bleiben. Die konsequente Lösung wäre: Es dürften mittelfristig nicht mehr Tiere gehalten werden, als die Fläche ernährt.

(Eine Nebenbemerkung: Es geht nicht darum, einzelne Landwirte zu verurteilen. Sie stehen oft unter hohem finanziellem Druck. Wir haben den Eindruck, dass viele fast wehrlos in einem System gefangen sind, das am Ende ihnen selbst schadet und nur wenige Gewinner kennt. In den vergangenen 40 Jahren mussten drei Viertel aller bäuerlichen Betriebe aufgeben. Und das Höfesterben geht weiter. Das System ist irre. Das müssen wir ändern und neue, andere Anreize schaffen. )

Zurück zum Haupttext: Das Artensterben bei uns und die Verelendung von Kleinbauern in Entwicklungsländern sind Früchte unserer Lebensweise. Auch der rasante Klimawandel ist eine Folge des großen Konsums. Fast wöchentlich berichten die Zeitungen über neue Temperaturrekorde. Gletscher und Polkappen schmelzen, Ozeane werden wärmer, der Meeresspiegel steigt, küstennahe Gebiete drohen zu versinken. Hochwasser, Stürme, Dürren häufen sich. Bäume vertrocknen. Straßen im Moor brechen entzwei. Felder werden künstlich bewässert. Selbst wer nur im Bullensee baden möchte, merkt, dass da etwas nicht mehr stimmt.

Während der Wassermangel bei uns noch nicht lebensbedrohlich ist, ist die Lage in manchen Teilen Afrikas dramatisch. Sauberes Trinkwasser wird immer knapper, Ernten fallen aus, Lebensmittel sind dann kaum zu bezahlen. Dass sich immer mehr Menschen dorthin aufmachen, wo sie sich bessere Lebenschancen erhoffen, ist vollkommen klar. Papst Franziskus beklagt unsere Gleichgültigkeit. Ich zitiere: „Der Mangel an Reaktionen angesichts dieser Dramen unserer Brüder und Schwestern ist ein Verlust jenes Verantwortungsgefühls … , auf das sich jede zivile Gesellschaft gründet.“ Das steht in seiner Lehrschrift „Laudato si“. Mauern zu bauen, eine Festung Europa anzulegen, ist erstens ethisch nicht vertretbar und zweitens aussichtslos. Der Druck wird Wege finden. Oder es kommt zu Explosionen, zu weiteren Kriegen und Bürgerkriegen.

Auf der Erde leben 7,6 Milliarden Menschen. Dauerhaft in Frieden miteinander auszukommen, kann nur gelingen, wenn wir allen Menschen die gleichen Rechte zugestehen. Auch die gleichen Verschmutzungsrechte. Jeder von uns Deutschen ist im Durchschnitt für elf Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr verantwortlich. Damit die Erderwärmung noch auf zwei Grad begrenzt werden kann, dürften es pro Mensch nur etwa 2,5 Tonnen sein. Weniger als ein Viertel.

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Die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden hängen zusammen. Durch das Artensterben gehen Gene verloren, die für unser Überleben noch einmal wichtig werden könnten. Täglich. Und weit über solche Nützlichkeitserwägungen hinaus ist das Ausrotten von Spezies für uns Christen ein Frevel an sich. Denn alle Geschöpfe haben einen Eigenwert. Noch einmal Papst Franziskus: „Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.“ (33).

Die von uns angerichtete Zerstörung richtet sich auch gegen uns Menschen selbst. Die Bischofskonferenz Neuseeland fragt: Was bedeutet das Gebot „Du sollst nicht töten“, wenn 20 Prozent der Weltbevölkerung Ressourcen in solchem Maß verbrauchen, dass sie den armen Nationen und den kommenden Generationen das rauben, was sie zum Überleben brauchen? - Diese Frage nach dem 5. Gebot ist radikal. Aber sie ist berechtigt. Und sie ist kaum auszuhalten.

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 „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“ Sie kennen diese Redewendung, liebe Gemeinde. Wir alle sind natürlich sehr dafür, dass die Schöpfung bewahrt wird. Aber unser Leben soll sich möglichst nicht ändern.

Das wird nicht funktionieren.

Trotz des Ausbaus der Erneuerbarer Energien ist der CO2-Ausstoße in den vergangenen 40 Jahren nur zwei Mal gesunken: beim Zusammenbruch der DDR-Industrie und bei der Wirtschaftskrise nach Lehmann-Brothers. Tatsache ist: Immer, wenn die Wirtschaft wächst, wächst der CO2-Ausstoß. Das können Wissenschaftler schlüssig erklären. Die Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch ist ein Versprechen, das noch nie eingelöst wurde. Wollen wir uns darauf wirklich verlassen? Seit der Rio-Konferenz 1992 ist der weltweite CO2-Ausstoß nicht gesunken, sondern hat sich fast verdoppelt.

Dennoch erwecken alle Parteien den Anschein, dass Wachstum weiter richtig und der Klimawandel sich rein technisch werde lösen lassen. Durch Windparks, E-Autos, Fassadendämmung, durch Videokonferenzen statt Dienstreisen, durch wunderbare neue Erfindungen usw.. Ich will nicht alle Ideen verwerfen. Aber wir müssen sie einordnen. Und vieles deutet darauf hin, dass die positiven Effekte weit überschätzt und die negativen unterschätzt werden.

Mit welchem Strom sollen all die Elektroautos eigentlich fahren? Und der Ressourcenverbrauch: Schon jetzt werden in Europa jedes Jahr so viele Autos verschrottet und neue produziert, dass sie übereinandergestapelt bis zum Mond reichen. Dass die Kehrseite der Biogaserzeugung Monokulturen und Artensterben sind, wissen wir im Kreis Rotenburg nur zu gut. Windparks tragen nur 2,5 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch in Deutschland. Mehr als Biogas. Aber selbst wenn der Beitrag der Windräder verdreifacht würde, bliebe er gering. Aber die Schäden wären groß. Bei uns durch Totschlag von Insekten, Fledermäusen und Vögeln. Und große Giftmüllseen und -halden entstehen in all den Ländern, wo die fürs angekündigte E-Zeitalter benötigten Rohstoffe gefördert werden.

Und dann gibt es ganz abenteuerliche Pläne. Zum Beispiel die Düngung der Weltmeere, auf dass kräftig Plankton wachse und CO2 aufnehme. Solche Ideen lassen die gleiche naive Fortschrittsgläubigkeit erkennen, die uns schon auf den Irrweg mit der Atomkraft geführt hat.

Seien wir ehrlich: Neue und immer mehr Technik erzeugt große, neue Probleme. Aber dass wir so ein eigentliches Problem wirklich lösen, den CO2-Ausstoß, ist Wunschdenken. Ich meine, da wird uns Sand in die Augen gestreut. Vielleicht damit weiter viel produziert und verdient werden kann. Und aus Angst vor uns Wählern, die weiter ungestört konsumieren wollen.

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Wie ist es damals in Babel mit Belsazar und dem großen Gelage weiter gegangen? Er hat sich den Juden Daniel bringen lassen, damit dieser die Zeichen an der Wand deute. Der erklärt: König Belsazar sei nicht demütig, sondern habe sich gegen den Herrn erhoben und die falschen Götter verehrt. Belsazar sei gewogen und für zu leicht befunden worden. In derselben Nacht wurde der König getötet.

Auch wir sind hochmütig, liebe Gemeinde. Und wir dienen oft den falschen, süßen Göttern. Lassen Sie uns einander Halt geben, damit aufzuhören. Lassen Sie uns einander Mut zusprechen und allen Politikern vermitteln, dass wir es honorieren, wenn sie unbequeme Wahrheiten ansprechen und wirksame Gesetze verabschieden. Und lassen Sie uns einander dabei helfen, das große Fressen schrittweise, aber entschlossen zu beenden. Weniger zu konsumieren: immer weniger Autos, immer weniger Fleisch, keine Flugreisen, immer weniger Mode, weniger neue Fernseher und so weiter. Weniger industrielle Produktion. Dafür nach und nach immer mehr Selbst- und Regional- und Nahversorgung, längere Nutzungsdauern, mehr Reparatur, mehr Second-Hand, mehr Leihen und Verleihen, mehr gemeinschaftliche Nutzung. Ein Leben auf kleinerem Fuße.

Wenn wir ehrlich sind, können wir doch auf vieles verzichten, liebe Gemeinde. In einer schrumpfenden Wirtschaft werden wir dann zwar weniger Einkommen haben. Aber dafür freiere Zeiteinteilung, mehr Muße, mehr Selbstbestimmung, mehr Unabhängigkeit in Wirtschafts- und Versorgungskrisen, mehr Miteinander, mehr Gerechtigkeit, mehr Natur, ein stabileres Klima und wahrscheinlich die Chance auf mehr Frieden in der Welt.

Amen.

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So. 15.09.19
Ja!
Dr. Matthias Wilke
Ja!

„Brüderchen, komm, tanz mit mir!“ „Warte, Schwester, ich kann doch nicht einfach so tanzen mit dir. Ich muss doch zuerst noch meine Kinder, meinen Garten, meine alten Eltern, meine Arbeit…“

„Brüderchen, komm, tanz mit mir. Beide Hände reich' ich dir!“ „Ja, das ist lieb, Schwesterchen, aber du weißt doch, wie viel bei mir gerade los ist. Ich kann nun wirklich nicht einfach so wie früher, so unbeschwert, das geht nicht…, ich muss doch…“.

Nehmen wir einfach mal an, wir könnten. Nehmen wir einmal an, wir bekommen einen Nachmittag einfach so geschenkt: Arbeit fällt aus oder es gibt auf einmal keine Aufgaben zu Hause. Nehmen wir einfach mal an, mein Arzttermin hat sich erledigt, weil alles wieder gut ist. Nehmen wir einfach mal an, wir hätten Zeit uns umzuschauen, die anderen da neben uns mit Ruhe zu sehen – würden wir dann nicht …?

„Brüderchen, komm, tanz mit mir, beide Hände reich' ich dir, einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer“ – und dann wirbelt der eine „plumps!“ auf den Po und die andere hilft ihm wieder auf. Was uns bei Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert, das tut es bei uns Erwachsenen doch in ernsterer Weise auch. Wenn einer dem anderen die Hände reicht, nach dem Tanze, um gut nach Hause zu kommen, oder auf dem Weg zum Friedhof zwei sich stützen. Es ist ein Stück Glück, wenn wir sehen und erleben, dass Aufmerksamkeit und Liebe uns beflügeln, mal im Lachen, mal im Weinen. „Ich sage euch:“, sagte einmal ein König, das Matthäus-Evangelium schreibt es im 25. Kapitel, „Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering gewesen -, das habt ihr für mich getan.“ Die unersetzbare Schönheit geteilten Lebens!

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Mo. 01.04.19
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei…
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,20 (L) 

 

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Fr. 01.02.19
Ich bin gewiss, dass dieser Zeit Leiden…
Monatsspruch
Ich bin gewiss, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen

Ich bin gewiss, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

 

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Di. 01.01.19
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt…
Monatsspruch
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken...

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Gen 9,13 (L)

 

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Sa. 01.09.18
Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit…
Monatsspruch
Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch...

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.  Pred 3,11 (L)

 

 

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter: https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

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Mo. 06.08.18
Sommer für die Seele
Hilke Bauermeister
Sommer für die Seele

Bis zum 8. August haben die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen noch frei. Ferienzeit ist Urlaubszeit. Fahren Sie weg im Urlaub oder bleiben Sie zu Hause?

Was bedeutet eigentlich das Wort Urlaub? Im Wörterbuch steht, „Urlaub“ kommt von „Erlaubnis“. „Urlaub“ ist die „Erlaubnis, von der Berufsarbeit fernzubleiben“. Urlaub ist die Erlaubnis zum Ausspannen. Wer Urlaub hat, der darf für eine Weile aus dem Alltag aussteigen. Egal, ob man wegfährt oder zu Hause bleibt: Man kann sich all’ jenem widmen, was im täglichen Trott meistens unterbleibt: gemütlich frühstücken, ein gutes Buch lesen, lange Spaziergänge machen und nachdenken über sich und Gott und die Welt. – Sommer für die Seele hieße für mich, sich auch Zeit und Raum dafür zu gönnen, dem eigenen Dasein nachzuspüren: Die freie Zeit dafür nutzen, den Spuren nachzugehen, die Gott in unserem Leben hinterlassen hat. Da mag es Schönes und auch Schweres geben. Traurige Tage sind einem womöglich stärker im Gedächtnis als die schönen. Wir neigen schnell zum Vergessen. Das Schwere lässt vergessen, was es schon alles an Schönem und Gelungenem gab im Leben. In der Bibel heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Manchmal muss man einen Augenblick innehalten, um sich an die schönen Stunden zu erinnern. Manchmal muss man einen Moment überlegen, bis es einem einfällt, wie viel Glück und Wohlergehen es für uns schon gab – trotz so mancher schweren Stunde. Dass Ihnen vieles einfällt, was Sie froh stimmt, und wofür Sie Gott danken mögen, wünsche ich Ihnen für Ihre Augenblicke des Innehaltens.

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Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 961 33 90
So. 01.07.18
Sport ist gesund
Peter Handrich
Sport ist gesund

Die Weltmeisterschaft läuft. Nein, nicht die Go-Weltmeisterschaft oder die Weltmeisterschaft der Highland Games, sondern die Fußballweltmeisterschaft. Dem kann man ja nicht entgehen.

Schon Wochen vorher – besonders seit dem Ende der Bundesliga, dem Pokalfinale und dem Endpsiel der Champions-League – war von nichts anderem mehr die Rede. Wer fährt mit, wer darf nicht mit, wird Manuel Neuer fit sein? Und können „wir“ den Weltmeisterschaftstitel verteidigen, wenn wir schon gegen Österreich verlieren?

Ehrlich gesagt, das hat genervt. Außer Fußball gab es noch so viele andere sportliche Themen. In Kiel waren vor sechs Wochen die Special Olympics, und viele Sportlerinnen und Sportler aus Rotenburg haben viele Medaillen geholt. Ganz ohne Doping. Aus der Lebenshilfe und aus den Werken. Und der größte Spaß, haben mir gleich zwei Sportlerinnen versichert, war dabei die Sportlerdisco. OK, die Medaillen waren auch nicht schlecht, aber die Disco … Toll.

Für uns andere ist Sport manchmal gar nicht so spaßig, sondern eher mit Krieg zu vergleichen. Es muss gedopt werden, damit Höchstleistungen erzielt werden können. Und die Großen im Fußball dürfen auf keinen Fall gegen die Kleinen verlieren, sonst muss der Trainer weg. Und dass Deutschland in der Vorrunde ausscheiden könnte – undenkbar. Jedenfalls bis Mittwoch noch.

Dass jetzt im deutschen Team Köpfe rollen sollen, wie es am Donnerstag in fast allen Zeitungen zu lesen war, finde ich Quatsch. Das ist auch wieder so ein Kriegsgerassel. Man kann nicht zwei Weltmeisterschaften hintereinander so richtig gut sein, dass alles stimmt. Nicht, wenn man gerade schon mal Weltmeister war. Und ich finde: Das macht überhaupt nichts. Freuen wir uns, wenn diesmal Belgien Weltmeister wird. Oder Kroatien. Und Island dann 2022.

Dann würde es bestimmt eine großartige Fußball-Disco geben.

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
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(04261) 920889
So. 01.07.18
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße
Monatsspruch
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!   Hos 10,12

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So. 15.04.18
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.…
Wochenspruch
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.

Johannes 10,11.27.28

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Di. 20.03.18
Kennen Sie den?
Kennen Sie den?

Wann haben Sie das letzte Mal so richtig von Herzen gelacht? Lachen ist gesund. Beim Lachen werden 80 Muskeln im gesamten Körper bewegt. Lachen hebt die Stimmung. Lachen kann man am besten mit anderen zusammen. Vor einigen Wochen haben wir in einem Seniorenkreis miteinander ein Lachseminar erlebt. Wir wurden angeleitet, ganz bewusst zu lachen. Zuerst fiel mir das schwer, aber als ich mich darauf eingelassen hatte und alle anderen auch lachen sah, war das Eis gebrochen. Ich bin selten so entspannt und gut gelaunt nach Hause gefahren.

Lachen nimmt auch Machtstrukturen nicht ernst – das wird uns besonders im Karneval vor Augen geführt. In einer Büttenrede nehmen wir die auf die Schippe, die das Sagen haben, die Macht ausüben können. Im Lachen kehren wir also die Verhältnisse um.

Vielleicht wurde aus all diesen Gründen das Osterlachen erfunden. Am Ostersonntag erzählte der Pfarrer einen Witz, und alle durften lachen, was sonst ja eher unüblich war im Gottesdienst.

Die Botschaft von Ostern lautet: Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium (2. Tim 1,10). Ostern feiern wir, dass Gott es gut mit uns meint, nicht nur hier und jetzt, sondern in alle Ewigkeit. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern das Leben!

Kennen Sie den? Dem alten Rabbi ist das Herz schwer. Seit Tagen trauert er nur und wird immer grauer im Gesicht. Und so begibt er sich zur Klagemauer und erzählt dem allmächtigen Gott, welches Leid ihm widerfahren ist: „Mein einziger Sohn ist Christ geworden.“ „O ja“, sagt Gott, „ich kann dich gut verstehen, das ist mir auch passiert.“ Auf so viel Verständnis, ja Mitleiden im gleichen schweren Schicksal war der Rabbi gar nicht vorbereitet. So fragt er einigermaßen erstaunt zurück, was Gott denn dann getan hätte. Und auch hier wird er nicht allein gelassen, sondern bekommt eine Antwort. So spricht Gott zu ihm: „Ein neues Testament geschrieben“...

Und den?:

Lehrer: Was werden sich wohl die Hochzeitsgäste bei der Hochzeit zu Kanaan gedacht haben, als Jesus das Wasser in Wein verwandelt hat? Schüler: "Den laden wir auch mal ein!

Frohe, gesegnete Ostern!

So. 18.03.18
Wochenspruch aus dem Markusevangelium (Mk 10…
Wochenspruch in zwei…
Wochenspruch aus dem Markusevangelium (Mk 10,45)

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.(Luther 2017)

Denn der Mensch ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und das eigene Leben als Lösegeld für alle zu geben. (Bibel in gerechter Sprache, 4.Auflage)

Do. 01.03.18
CARE üben – Ur-Verbundenheit stärken
KDA (Kirchlicher Die…
CARE üben – Ur-Verbundenheit stärken

CARE üben – Ur-Verbundenheit stärken

Wechselseitige Sorge
In der Care-Ethik wird das Netzwerk von Beziehungen
besonders betont. Tätigkeiten wie für jemanden sorgen, erziehen,
pflegen und die innere Haltung von sich zuwenden,
mitfühlen und Verantwortung für andere übernehmen sind
unentbehrliche Güter für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Es ist unstrittig, dass menschliche Gemeinschaften
ohne CARE (wechselseitige Sorge) nicht funktionieren. Das
Ur-Band der Verbundenheit miteinander erfordert diese
Sorge umeinander, damit es nicht zerreißt.

Staatliche Fakten
In Deutschland haben zwei Drittel der über 2,9 Millionen
Pflegebedürftigen das große Glück, von einem nahen Angehörigen
zu Hause in gewohnter Umgebung versorgt zu
werden. Pflegende Frauen und (einige) Männer steigen aus
dem Beruf aus oder verkürzen ihre Arbeitszeit und sind eine
unverzichtbare Stütze unserer Gesellschaft, unseres Staats.
Genau einen Rentenpunkt bekommen Arbeitnehmer*innen,
wenn sie ein Jahr zum durchschnittlichen Bruttogehalt sozialversicherungspflichtig
beschäftigt sind. Pflegen sie stattdessen
einen Angehörigen, müssen sie sich in der Regel mit
einem Bruchteil davon zufriedengeben. Sind die pflegenden
Frauen und Männer bereits selbst in Rente, bekommen sie gar
nichts dafür, dass sie ihr persönliches Leben für den Erhalt der
Ur-Verbundenheit und damit für den Zusammenhalt unserer
Gesellschaft reduzieren, in Extremfällen gar aufgeben, auf
jeden Fall auf vieles verzichten.

Ungerechtigkeit
Meist sind es Frauen, die sich um die Pflegebedürftigen
kümmern: Viele hunderttausend Ehefrauen, Töchter, Schwiegertöchter
und Enkelinnen jeglicher Altersgruppen. Die
Zuweisung der Care-Tätigkeiten an Frauen als ihre scheinbar
natürliche Aufgabe hat sich historisch bedingt offenbar bis
heute gehalten. Das ist eine Abwertung und verstärkt die
Ungerechtigkeit. Unser Staat will zwar nicht auf die Unterstützung
der Pflegenden verzichten, erkennt diese aber viel
zu wenig an. Zu oft rutschen gerade diese Frauen durch
langjährige Pflege – ob für Kinder oder später die Eltern – in
die Altersarmut. Sie haben sich ihrer Möglichkeit, genügend
Rentenpunkte fürs eigene Auskommen zu sammeln, jahrelang
beschnitten und werden im Nachhinein von unserem
Staat dafür allein gelassen. Die geringe Wertschätzung der
Pflege zeigt sich zugleich in der niedrigen Bezahlung der
– ebenfalls überwiegend – Frauen in den Pflegeberufen.
Auch sie müssen fürchten, trotz ihrer Berufstätigkeit später
mit ihrer Rente nicht auskommen zu können. Wo ist da
Verbundenheit?

CARE üben
Im 2. Timotheus 1,7 lese ich:
Der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft,
sondern erfüllt uns mit Kraft und Besonnenheit.
Wir befinden uns gerade mitten in der Fastenzeit. Wir üben,
frei zu sein von Bedürfnissen, die uns nicht gut tun. Gleichzeitig
schafft mir das Raum, mich von dem Geist der Kraft
und Besonnenheit erfüllen zu lassen und dies zu nutzen, um
mich anderen zuzuwenden, mitzufühlen und verantwortlich
zu sein. CARE zu üben und Ur-Verbundenheit zu stärken also.
Wie wenig dies in der Gesellschaft anerkannt ist, zeigt der
unglaublich bittere Beitrag von Monja Eszehah auf Twitter:
„Notaufnahme: Der alte Mann kam zum Sterben.
Ich setzte mich dazu. Meine Kollegin: Was machst Du denn
da? Ich: Sterben! Sie: Weißt Du, wie unkollegial das ist?
Komm raus und ARBEITE!“
Wie sollen da 8.000 zusätzliche Stellen in der Pflege ausreichen?
Auch hier gilt es CARE zu üben.

 

 
WORTMELDUNG März 2018
Andrea Plotzki (Fachbereichsassistentin im Fachbereich Kirche. Wirtschaft. Arbeitswelt im Haus kirchlicher Dienste)

 

Veröffentlicht durch:

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

 

 

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
Hannover
Tel.: 
(0511) 1241-449
Do. 01.02.18
Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem…
Monatsspruch
Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
Dtn 30,14 

 

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So. 07.01.18
Wochenspruch aus dem ersten Brief des…
Wochenspruch in zwei…
Wochenspruch aus dem ersten Brief des Johannes (1Joh 2,8b)

Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon. (Luther 2017)

Denn die Dunkelheit vergeht und das wahre Licht scheint schon. (Bibel in gerechter Sprache, 4.Auflage)

Mo. 01.01.18
Wochenspruch aus dem Buch der Psalmen (Ps…
Wochenspruch in zwei…
Wochenspruch aus dem Buch der Psalmen (Ps 103,8)

Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. (Luther 2017)

Mitfühlend, voll Zuneigung ist die Eine, langsam zum Zorn und reich an Freundlichkeit. (Bibel in gerechter Sprache, 4.Auflage)

Fr. 24.11.17
Hesekiel 37,27
Monatsspruch
Hesekiel 37,27

Und Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

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